Presse - So sieht uns die (Medien-)Welt

Wir freuen uns über das Echo aus der Medienwelt, denn so ist auch garantiert, dass unsere Angebote zu denen getragen wird, die unsere Arbeit nutzen möchten.

2015

Offenbach Post vom 27.07.2015

2013

StadtPost Offenbach vom 18.09.2013
Offenbach Post vom 17.09.2013
Frankfurter Rundschau vom 16.09.2013
Offenbach Post vom 15.07.2013

2012

04.08.2012 (Offenbach Post)

"Wir wollen alle mit Namen kennen" / Die Lernwerkstatt hilft Menschen bei ihrer Berufsausbildung

von Stefan Mangold

OFFENBACH, Früher galt es nicht unbedingt als Beinbruch, keine Berufsausbildung zu haben. Wem ein Gesellenbrief fehlte, konnte in der Fabrik unterkommen. Firmen wie Hoechst und Opel zahlten gute Löhne. Heute sind die unqualifizierten Stellen weitgehend verschwunden, ersetzt von Maschinen und billigen Kräften im Ausland. Ohne Abschluss sehen die Chancen für eine Biografie jenseits der Sozialhilfe längst düster aus. Das wissen die meisten, die zum Erstgespräch in der Lernwerkstatt Offenbach e.V. vorbeischauen. „Der Verein für berufliches und soziales Lernen“ gründete sich 1999 und sieht seien Zweck darin, „junge Menschen bei der Wahl ihres Berufswunsches und der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen und während der Lehre zu begleiten“, sagt Detlef Herzog, Mitglied des Leitungsteams.

Wer an der Ludwigstraße erscheint, den hat die Mainarbeit geschickt. Diese achte darauf, dass „Motivierte“ kommen. „Was keineswegs bedeutet, dass wir es fast immer mit nur pflegeleichten Charakteren zu tun haben.“ Herzog betont: „Einen Archetypus des Auszubildenden, den gibt es bei uns nicht.“ Bei einigen lasse sich eine schwierige Herkunft deutlich an Begleitumständen ablesen. Der Sozialpädagoge erzählt von einem jungen Mann, der Zimmermann werden wollte. Noch im zweiten Lehrjahr habe ihn die ständig betrunkene Mutter morgens gefragt, wo er hingehe. Trotz der Widrigkeiten schaffte ihr Sohn die Freisprechung.

Die Sozialberaterin Nastaran Khosravi erzählt von Mandy (Name geändert), einer 25-jährigen alleinerziehenden Mutter, deren Tochter vier Jahre alt war, als sie sich in der Lernwerkstatt vorstellte. „Zuerst fragen wir nach den eigenen Berufswünschen.“ Besonders junge Männer neigten manchmal dazu, solche zu äußern, die sich kaum erfüllen lassen. Einer wollte etwa Pilot werden. Mit Hauptschulabschluss lag der Gedanke jenseits aller persönlicher Realität. „Jedoch können wir mit dem Wissen durchaus etwas anfangen“, wirft Detlef Herzog ein. Die Mitarbeiter forschen dann nach, ob nicht andere Berufe auf dem Flughafen in Frage kommen, „wir tasten uns ran“.

Mandy hingegen hatte von Anfang an Vorstellungen, die mitnichten der Traumwelt entsprangen. „Sie wollte Friseurin werden“, erinnert sich die Soziologin Nastaran Khosravi. Wogegen ihre private Situation sprach. Die Tagesbetreuung für Kinder endet spätestens um 17 Uhr. Friseurbetriebe haben aber weit länger geöffnet. Es gelang jedoch, für Mandy einen Platz in Teilzeitausbildung zu finden. „Wir pflegen Kontakte zu vielen Betrieben.“ Die trügen sowieso das Risiko, dass Auszubildende hinschmeißen, hätten jedoch den Vorteil, nichts bezahlen zu müssen – das übernimmt die Arbeitsagentur. Außerdem müsse der Meister keine Berichte kontrollieren – „das machen wir“.

Auf der Berufsschule schreibe Mandy erstaunlich gute Noten. Im Betrieb laufe alles glatt. Dort hatte sie zuvor ein Praktikum absolviert. Das muss erst mal jeder, den die Lernwerkstatt vermittelt. Während der Ausbildung begleitet der Verein den Klienten sozial und fachlich. So kann die Mitarbeiterin und Friseurmeisterin Emilia Apiah bei Fragen Mandy weiterhelfen. Für die weiteren Fächer sind andere aus dem Verein zuständig. Manche, denen die Lernwerkstatt einen Platz vermittelt, packen es am Ende nicht, bemerkt Herzog. Die Erfolgsquote liege bei 80 Prozent. Im Moment betreut der Verein 26 Auszubildende im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Die Lernwerkstatt versucht nicht zu expandieren: „Wir wollen alle mit Namen kennen.

2009

11.09.2009 (Offenbach Post)

Eine berufliche Perspektive für Jugendliche / Die Lernwerkstatt stellt sich vor

von Simone Weil

OFFENBACH, Oft hatte sich Tarik gefragt, warum manche Leute überhaupt einen Beruf mit Kundenkontakt ergreifen. Ihn störten übellaunige Verkäufer, die etwa auf die Frage, wo etwas bestimmtes zu finden sei, lediglich mit dem Finger irgendwohin in den Raum zeigen, begleitet von einem „dahinten“, ohne den Kunden dabei anzuschauen. Und so fragte Tarik im ersten Gespräch mit Detlef Herzog von der Lernwerkstatt: „Warum kann ich nicht Verkäufer werden?“ Die Lernwerkstatt Offenbach feierte vor kurzem ihr zehnjähriges Jubiläum in ihren Räumen in der Ludwigstraße. Ziel des Vereins ist es, „Jugendliche auf dem Weg zu einer beruflichen Perspektive zu begleiten,“ erläutert Herzog, der von Anfang an als Pädagoge dabei ist. Sämtliche jungen Leute zwischen 18 und 25 Jahren schickt die Main-Arbeit, alle beziehen Hartz IV. Viele sind ohne Schulabschluss oder müssen einem potentiellen Arbeitgeber ein Zeugnis mit bescheidenen Zensuren vorlegen. „Manche Personalchefs klappen die Bewerbungsmappe lediglich beim Anblick der Adresse wieder zu,“ erzählte Nader Djafari, der Geschäftsführer des Instituts für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik während seiner kurzen Rede zum kleinen Jubiläum.„Wir geben nichts vor, sondern fragen nach Wünschen und Interessen,“ führt Detlef Herzog weiter aus. Denn jeder Mensch habe irgendwelche Fähigkeiten, die für andere nutzbar sein könnten, „uns interessieren die Stärken, nicht die Schwächen.“ Mit denen habe die Schule die heute Arbeitsuchenden schon genug konfrontiert.

Wer zur Lernwerkstatt kommt, hat meist schon ohne Ergebnis eine Vielzahl von Bewerbungen auf Ausbildungsstellen an Betriebe geschickt. Was jedoch auch bedeutet, die jungen Leute haben ein unbedingtes Interesse, sich ausbilden zu lassen. „Es geht um die Lebensausschau,“ erläuterte die Bürgermeisterin Birgit Simon während ihrer Grußworte. Die Jugendlichen könnten bei ihren Eltern schon sehen, dass es kaum noch möglich sei, „ ein Leben lang in einem Beruf zu bleiben.“ Um so frustrierender sei es dann, trotz großen Aufwands noch nicht mal eine Lehrstelle zu bekommen.

Die Lernwerkstatt, für deren Tagesgeschäft neben Detlef Herzog sich noch Lioba Janßen und der Leiter Koryoun Khosrovafian verantwortlich zeigen, hilft bei der Suche engagiert und erfolgreich. So fand etwa Tarik trotz seiner bereits 23 Jahre eine Lehrstelle beim noblen Herrenausstatter Wormland in Frankfurt. Dort geht der modisch interessierte junge Mann jetzt auf, „ich berate gerne unsere Kunden.“ Außerdem sieht er in dem Metier für sich die Möglichkeit, auch aufzusteigen. „Mein Ziel ist es, später eine Abteilung zu leiten.“ In der Lernwerkstatt verbringen 24 Auszubildende im Schnitt wöchentlich anderthalb Tage während der Lehre. Dort schreiben sie ihre Berichtshefte, kochen oder nehmen – wenn nötig – Unterricht in Deutsch als Fremdsprache bei Tugba Önder oder in Buchhaltung und Mathematik bei Tunc Kamaci. „Die Stärke der Lernwerkstatt ist ihre Kontinuität,“ lobte Charlotte Buri, Abteilungsleiterin der Main-Arbeit, den Bildungsträger.

2006

04.03.2006 (Frauenwoche)

Film über die Berufswahl

Junger Migrantinnen

OFFENBACH „In welcher Sprache lächelst Du?“ heißt ein Video-Kunst-Projekt, bei dem die Künstlerin Susanne Brose und der Filmemacher Ottmar Hitzelberger im Auftrag der Lernwerkstatt Offenbach und des

Frauenbüros zusammen mit jungen Migrantinnen einen Film und eine Ausstellung erar beitet haben. Thema ist die Berufswahl der jungen Frauen. Der Film wird als Programm punkt der Frauenwoche am Dienstag,

7. März, von 19 Uhr an in der Mädchen-Eta ge, Johannes-Morhart-Straße 7, vorgeführt, von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr ist dort auch die Ausstellung zu sehen.

 

März 2006

Mut machen, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen

Junge Migrantinnen erzählen im Film über ihren beruflichen Werdegang

Von Simone Weil

Offenbach „Mit dem Abschluss stehen viele Türen offen“. Maria Sakali ist davon überzeugt: „ Wenn man kein Ziel hat und keinen Plan, ist man ein Nichts.“ Die 17-jährige Auszubildende ist eine von vier jungen Migrantinnen, die im Film „ In welcher Sprache lächelst du?“ über sich und ihrem beruflichen Werdegang erzählen.

Eine Ausstellung mit Fotos der jungen Frauen, eigenen Bildern und der Film wurden jetzt in der Mädchenetage in der Johannes–Morhart-Straße 7 im Programm der 15. Offenbacher Frauenwoche gezeigt. Morgens waren etwa 50 geladene Schülerinnen zu Gast, abends stand die Einrichtung interessieren Frauen offen.

Die „Lernwerkstatt Offenbach e.V, Verein für berufliches und soziales Lernen“ und INBAS- Institut für Berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik haben in Kooperation mit dem Frauenbüro Offenbach für die Untersuchung „ Migrantinnen zwischen Schule und Beruf“ zwei Künstler mit einem Film-Kunst-Projekt betreut, das vom Wirtschaftsministerium im Programm „Lokales Kapital für Soziale Zwecke (LOS)“ finanzieret wurde. Susanne Brose, Künstlerin und Kunsttherapeutin aus Hamburg, und Filmmacher Otmar Hitzelberger aus Frankfurt haben sich mit Migrantinnen in der Ausbildung beschäftigt und ihre beruflichen Perspektiven thematisiert. Im Mittelpunkt standen die Fragen „ Woher komme ich?“, „ Wo stehe ich?“, „ Wo gehe hin?“.

In traditioneller Kleidung ihrer Herkunftsländer, ihre Arbeitskleidung und ihrer liebsten Freizeitkluft zeigen sich vier Junge Frauen aus der Türkei und Kasachstan. Maria Sakali Stammt aus einer griechischen Familie, ist aber in Deutschland geboren. So blieb ihr die Erfahrung erspart, die ihre Freundin Arife Erdogan gemacht hat. Sie kam im Alter von 15 Jahren nach Deutschland, beherrschte die Sprache nicht und musste sich ohne zusätzlichen Sprachunterricht in ihrer Schulklasse zurechtfinden.

Die 22-jährige, die eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert, hat sich entschieden im Film mitzuwirken, um anderen Jugendlichen Mut zu machen, sich für eine Lehre zu entscheiden: „ Am Anfang wusste ich nicht, was ich nach der Schule machen wollte“, sagt Sie. Mit dem Film habe man zeigen können, dass es sich lohnt, nicht so schnell aufzugeben. „ Auch wenn man kein so tolles Zeugnis hat, kann man einen Ausbildungsplatz finden, wenn man will.“ In manchen Fällen führten die Wege der jungen Frauen nicht direkt zu ihrem heutigen Arbeitgeber. Doch die Zuschauerinnen waren sich einig darüber, dass die vermeintlichen Umwege etwa in Phasen der Berufsorientierung halfen, sich über die eigenen Wünsche klarer zu werden. Johanna Schartons Traumberuf war eigentlich Friseurin. Eine Allergie erlaubte es ihr nicht, diesen Beruf zu erlernen. Inzwischen lässt sie sich zur Fachverkäuferin im Bäckerhandwerk ausbilden und freut sich über ihre Stelle. Im Verkauf sei Beratung gefragt, und die Auszubildenden müssten im Umgang mit der Kundschaft einen sicheren Auftritt mitbringen, sagt ihre Chefin im Film. Angetan waren die Zuschauerinnen davon, dass alle jungen Frauen sich sehr selbstbewusst und ganz selbstverständlich zwischen der Kultur ihres Herkunftslandes und ihrer deutschen Heimat bewegen. „ Das ist eine nicht zu unterschätzende Kompetenz“, heißt es. Der Film ist an Schulen und Jungendeinrichtungen geschickt worden. Weitere Institutionen melden sich bei Interesse im Frauenbüro: Telefon 069-80 65 – 2010-, -3513.

2005

21.10.2005 (Allgemeine Bäckerzeitung)

Lob für die Arbeit der „Lernwerkstatt“
Einführungsgespräch der Kreisinnung Offenbach für Lehrlinge und Eltern

Offenbach Waldhof (dtp). In den Betrieben der Kreisinnung Offenbach haben 14 Bäcker- und 7 Verkaufslehrlinge ihre Ausbildung aufgenommen. Die Gelegenheit zu einem Einführungsgespräch ist jedoch nur von einem Teil von ihnen wahrgenommen worden.

Anwesend waren Lehrlingswart Günter Hoffmann, Innungsgeschäftsführerin Ingrid Bliemel, Ausbildungsberater Stefan Bärenz von der Handelskammer Rhein Main (Hauptverwaltung Darmstadt), Abteilungsleiterin Elisabeth Scholz von der Berufschule sowie Lioba Janßen und Detlef Herzog von der Lernwerkstatt Offenbach.

Hoffmann kam nach Begrüßung gleich zum Kern der Sache: „Es sollen Kontakte unter allen an der Ausbildung beteiligten hergestellt werden, die das Miteinander fördern.“ Er wies darauf hin, unter bestimmten Voraussetzungen könne die Lehrzeit verkürzt werden, die mit Abschlussprüfung ende. Falls Probleme auftauchen, die nicht Innerbetrieblich gelöst werden können, empfahl Hoffmann, sich an die Innung zu wenden. Viele Dinge ließen sich bei einer Aussprache regeln.

Der Inhalt des Berichtshefts stelle eine art Kontrolle des Gelernten dar, weshalb es sorgfältig geführt werden sollte, mahnte der Lehrlingswart. Im Übrigen erwähnte er die Möglichkeit, in zwei oder mehreren Betrieben zu Arbeiten, den auf Grund der Strukturen im eigentlichen Ausbildungsbetrieb bestimmte Fertigkeiten nicht hinreichend vermittelt werden könnten. „Das ist machbar und klappte bisher immer“, betonte Hoffmann.

Ausbildungsberater Bärenz beschrieb die Funktion der Kammer im Rahmen der Ausbildung. Er hatte dazu ein Merkblatt über Rechte und Pflichten von Lehrlingen und Ausbilder mitgebracht. Elisabeth Scholz, die selbst im Bäckerklassen unterrichtet, nannte die Schwerpunkte der dualen Ausbildung aus der sicht der Schule. Sie hofft, dass sich Eltern am Fortgang der Ausbildung interessiert zeigen. Ingrid Bliemel wies unter anderem auf die finanziellen Anreize hin, wenn die Prüfung mit „gut“ oder „sehr gut“ bestanden wird.

Ausführlich vorgestellt wurde die Lernwerkstatt Offenbach – Verein berufliches und soziales Lernen e.V. mit den von ihr angebotenen ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Es handelt sich dabei um eine Einrichtung, die es an jedem Arbeitsamt gibt.

Alle Lehrlinge können dort kostenfrei Rat, Unterstützung und zusätzliche Lernhilfen erhalten. Zum Beispiel hat ein späterer Innungsbester dank diesem Angebot seine Leistungen erheblich verbessert. Gelernt wird bei der abH in kleinen Gruppen.

Alle der anfangs genannten Beteiligten an der Ausbildung lobten die Arbeit, die von der Lernwerkstatt geleistet wird. Günter Hoffmann betonte Abschließend, „Gute Leute haben bessere Chancen als der Durchschnitt.“

Fragen der anwesenden Lehrlinge und Eltern zeigten, wie wichtig dieses Treffen für alle war.

 

21.08.2005 (Frankfurter Rundschau)

In der Lernwerkstatt basteln Berufsschüler an ihrem Abschluss
Einrichtung in Offenbach hilft Auszubildenden, die Lehre doch noch zu schaffen / Mehr Bewerber als freie Plätze

von Arne Löffel

„Wir sind keine Schule und achten immer darauf, diese Atmosphäre auch nicht aufkommen zu lassen“, sagte Koryoun Khosrovafian, der Teamleiter der Offenbacher Lernwerkstatt. Hier arbeiten knapp 200 Auszubildende ihre schlechten Noten aus der Berufschule auf.

OFFENBACH. Schlechte Noten in der Berufschule gefährden ganz massiv die Zukunft der Auszubildenden. Wenn der Notendurchschnitt auf vier oder fünf sinkt, dann sind die Jugendlichen reif für die Offenbacher Lernwerkstatt in der Ludwigstraße 68. Hier können die Auszubildenden seit August 1999 in ungezwungener Atmosphäre all das nacharbeiten, was ihnen in der Berufschule entgangen ist. Motivation ist nach Aussage von Koryoun Khosrovafian, dem Teamleiter der Offenbacher Lernwerkstatt, das Schlüsselwort.

In kleinen, nach Ausbildungsberufen geordneten Lerngruppen vermitteln die Lehrer der Lernwerkstatt den Azubis zunächst mal die eigenen Erfahrungen aus dem Berufsleben. „Wir achten bei der Einstellung unserer Lehrer darauf, dass sie alle neben einer fachlich qualifizierten Ausbildung über ausreichende Erfahrung im unterrichten verfügen“, sagte Khosrovafian. Derzeit seien fünf Festangestellte und einige freie Mitarbeiter in seinem Team. Der studierte Physiker Khosrovafian greift Schülern der technischen Berufe unter die Arme. Formal gesehen komme je ein Sozialpädagoge und ein Lehrer auf 36 Nachhilfeplätze. In der Realität sei die Aufteilung nicht so streng und Hilfe werde da geboten wo es gebraucht wird.

„ In der Lernwerkstatt könne jeder kommen, der Schwierigkeiten in der Berufsschule oder auch dem sozialen Umfeld hat und gleichzeitig im Kreis Offenbach wohnt, hier seine Ausbildung absolviert oder zur Berufsschule geht“, erklärt Khosrovafians Kollegin Rebecca Klink, Doktorin der Biologie. In der Lernwerkstatt stehen insgesamt 132 Plätze für die Ausbildungssparten Einzelhandel, Kleinbetriebe, Anwaltskanzleien, Arztpraxen, Verwaltung und Werkstätten zur Verfügung. „Die Plätze können aber Mehrfach vergeben werden, so dass wir momentan193 Schüler haben“, so Khosrovafian. Durch die Mischung an Berufen ergab sich ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen jungen und Mädchen, Deutschen und Migranten.

Die Schüler zahlen für den Nachhilfeunterricht nichts. Die ausbildungsbegleitende Hilfe (abH), so der Fachterminus, wird vom Arbeitsamt finanziert. „Deshalb werden die Jugendlichen auch immer von der Arbeitsamt Offenbach geprüft, ob sie für unsere Hilfe in Frage kommen“, sagte Klink. Im Grunde muss man ja „nur“ schlecht genug in der Schule sein. Aber jeder vom Team empfohlene Jugendliche werde anschließend auch aufgenommen. „Wir haben trotzdem immer mehr Bewerber als freie Plätze“, sagte Khosrovafian.

Das Erfolgsrezept der Lernwerkstatt sei seit Jahren das Flair eines offenen Jugendtreffs, das besonders bei lange zusammen arbeitenden Gruppen einstehe. „Die Jugendlichen können sich bei uns ihr Mittagsessen wärmen, Getränke gibt`s umsonst und wir werfen sie nach Schulschluss auch nicht raus“, so Khosrovafian. Auch wenn die Ausbildung schon abgeschlossen ist, kommen einige der Schüler noch regelmäßig in die Lernwerkstatt. „Einigen fällt der Abschied sehr schwer“, sagte Klink. „Aber diese Jugendlichen sind uns jederzeit willkommen.“

 

23. Juni 2005 (Offenbach Post)

Angemerkt
Ausverkauf stoppen

von Bernhard Pelka

Bei der Vergabe von sozialen Bildungsaufträgen spielt die Berücksichtigung vorhandener örtlicher Hilfsnetze offenbar eine immer geringere Rolle. Vielmehr werden gut funktionierende Strukturen unter dem Diktat knapper Kassen rücksichtslos ignoriert, wenn nicht sogar auf lange Sicht zerschlagen. Es könnte sich bitter rächen. Denn wie lange reicht der wirtschaftliche Atem von privaten Anbietern sozialer Leistungen, wenn die bisherigen Veranstalter solche Kurse und Seminare schon nicht mehr kostendeckend in Ausschreibungsverfahren mitbieten? 

Die Auftraggeber nehmen dieses Risiko ungerührt hin und sparen womöglich auf dem Rücken der Klienten. Schließlich haben - sie zumindest auf dem Papier – zunächst einmal eine billigere Lösung gefunden. Das geschieht freilich um den Preis, das etabliert lokale Anbieter, wie der Internationale Bund (IB), die Lernwerkstatt, das Gelbe Haus, Diakonie und Caritas Aufträge verlieren, so qualifiziert ihre Arbeit auch gewesen sein mag. Erst kürzlich war die Diakonie im Wettlauf um einen Antrag zur Schuldnerberatung im Offenbacher Rathaus einen privaten Anbieter aus Frankfurt unterlegen. Die städtische Beschäftigungsgesellschaft MainArbeit gab dem billigeren und angeblichen flexibleren den Zuschlag. Noch bedrückender ist die Situation beim IB. Im harten Wettbewerb muss er inzwischen an einen Konkurenten, der ihm zuvor Beschäftigungsprojekte abgejagt hatte, seine eigenen Räume vermieten. Und jetzt die Lernwerkstatt: Nach der Vorgabe der ausbildungsbegleitenden Hilfen an einen neuen Anbieter brechen dem gemeinützigen Verein 65 Prozent seiner einnahmen weg. Es sieht ganz danach aus als seien die über Jahrzehnte in der Stadt gewachsenen sozialen Hilfsnetze in Gefahr. – Und damit auch zahlreiche Arbeitsplätze. Zum Ausverkauf dieser bewerten Strukturen darf es nicht kommen!

 

23. Juni 2005 (Offenbach Post)

Verdrängungskampf unter Bildungsträgern immer härter
Lernwerkstatt Offenbach verliert auf einen Schlag 65 Prozent ihrer Einnahmen

Von Bernhard Pelka

Offenbach: Ausbildungsförderung grotesk: Noch am 1. Juni ehrt der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Riehl die Lernwerkstatt Offenbach für ein beispielhaftes Filmprojekt mit jungen Migrantinnen, die in der Lernwerkstatt die an der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) teilnehmen. Eine Woche später entzieht die Bundesagentur für Arbeit der Werkstatt den Auftrag für diese abH. „Jetzt brechen 65 Prozent unsere Einnahmen weg. Wir müssen im Personalbereich einsparen“, befürchtet Mitarbeiter Detlef Herzog. Betroffen von der Aktion sind auch das Gelbe Haus an der Marinenstraße, die Gesellschaft für Wirtschaftskunde an der Bernardstraße und die Lernwerkstatt Dietzenbach. 

Diese Einrichtiungen hatten sich zusammen mit der Lernwerkstatt Offenbach als Bietergemeinschaft um insgesamt 304 Plätze für jungendliche beworben, die abH in Anspruch nehmen möchten. Bisher waren solche Bildungaufträge immer von der örtlichen Agentur für Arbeit vergeben worden. Erstmals war dafür nun die Regionaldirektion Frankfurt der Bundesagentur für Arbeit zuständig. Im bundesweiten Auschreibungsverfahren siegte ein Anbieter aus dem Saarland, der ab 1. September die bisherige Arbeit auf dem Gebiet der abH unter anderem der Lernwerksatt Offenbach, Dietzenbach, Rodgau und Seligenstadt übernehmen soll. „Uns ist schleierhaft, wie der Anbieter aus dem Saarland kalkuliert.

Schon wir hatten in der Ausschreibung kein kostendeckendes Angebot abgegeben“, sagt Herzog. Auf die Qualität der geleisteten Arbeit lege man offenbar keinen Wert mehr. AbH sind für Problemjungendliche während ihrer Ausbildung eine Unterstützung. In ihrer Freizeit pauken sie unter pädagogischer Betreuung für Prüfungen, weil ihr Ausbildungsziel gefährdet ist. „Das Erfolgsgeheimnis dieser Förderung von benachteiligten Jugendlichen lag zu einem in dem sehr individuellen Ansatz innerhalb der pädagogischen Arbeit mit den jungen Auszubildenden, zum anderen in der lokalen Vernetzung der Instituten und Menschen vor Ort, die mit Fragen der Berufsbildung beschäftigt sind (Berufsschullehrer, Ausbildungsberater der IHK, Handwerkskammer, Ärztekammer, Rechtsanwaltskammer, und Ausbilder)“, beschreibt Herzog die Arbeit der Lernwerkstatt. Auch die „kurzen Wege zur Beratungsstelle wie Suchtberatung, pro familia und Schuldnerberatung“ hätten „wesentlich zum Erfolg der Arbeit beigetragen. Die Lernwerkstatt Offenbach ist 1999 aus dem Internationalen Bund hervorgegangen und versteht dich als Verein für berufliches und soziales Lernen. Seit Gründung hat der Verein Jugendlichen ausbildungsbegleitende Hilfe angeboten. Ab September kommt dies nur aus anderer Hand.

 

22.06.2005 (Frankfurter Rundschau)

Lernwerkstatt geht leer aus
Lehrlingsbegleitung fällt weg

Der Verein Lernwerkstatt Offenbach hat seit sechs Jahren rund 200 Auszubildende auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen Abschlussprüfung begleitet. Damit ist jetzt Schluss. Künftig wird eine andere Organisation aus dem Saarland in Offenbach zuständig sein. Das Regionale Einkaufszentrum der Bundesagentur für Arbeit, zuständig für Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz, hat diese Dienstleistungen für die Jungendlichen neu ausgeschrieben. Die Lernwerkstatt bekam nicht den Zuschlag, sondern „jemand aus dem Saarland. Und das obwohl wir mit dem Preis schon so weit runter gegangen sind, dass wir nicht mehr kostendeckend gearbeitet hätten“, sagt Detlef Herzog von der Lernwerkstatt.

Herzog bedauert, dass die Lernwerkstatt nicht mehr für die Auszubildenden zuständig sein darf. Weil dies 65 Prozent der Arbeit ausmachte, hätten die elf freien Mitarbeiter jetzt nichts mehr zu tun und die fünf Festangestellten müssen ihre Stundenzahl reduzieren.

2001

Juni 2006 (Medium ???)

Überstunden in Lernwerkstatt 

Ausbildungsbegleitende Hilfen für Schulschwache Lehrlinge

Offenbach (mox) Die Lernwerkstatt Offenbach e.V. bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt „ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH) an. Da geht es um konkrete Maßnahme zur Unterstützung von Auszubildenden, die Probleme beim Lernen haben. Sie gelten oft als „schulmüde“ oder „leistungsschwach“. Ziel des Vereins ist es, die Jugendlichen und junge Erwachsenen währen ihrer Ausbildung zu unterstützen, um ihnen so einen erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen.

Das 15-köpfige Team vermittelt zurzeit etwa 132 Jugendlichen neben fehlenden Grundlagen in Deutsch oder Mathematik das spezielle Fachwissen ihres jeweiligen Berufs. „Dafür stehen den Teilnehmern auch die Fachbücher aus den Berufsschulen zur Verfügung“, erzählt Detlef herzog von der Lernwerkstatt. Darüber hinaus berät das Team die Jugendlichen in persönlichen Fragen.

Die Teilnahme ist freiwillig, das Angebot richtet sich an verschieden Berufszweige. Die Jugendlichen müssen allerdings einige überstunden in Kauf nehmen und die Lernwerkstatt in ihrer Freizeit aufsuchen. Das Arbeitsamt übernimmt die Kosten.

Insgesamt 170 Teilnehmer sind schon erfolgreich begleitet worden. „Die Nachfrage ist groß, aber es sind noch ein paar Plätze frei“, berichtet Herzog. Die Lernwerkstatt sucht außerdem weitere Mitarbeiter, die über Kenntnisse aus Metall- und Elektroberufen oder dem kaufmännischen Bereich verfügen. Informationen montags bis freitags, von 10 bis 18 ur, unter Tel. 069/82378450 oder in der Lernwerkstatt, Ludwigstraße 68.

2000

27.01.2000 (Offenbach Post)

Nach dem Betrieb in kleinen Gruppen weiterbüffeln

Ausbildungsbegleitende Hilfen in Lernwerkstatt

Offenbach (op) Den Stress nehmen sie gern in Kauf. Sogar nach einem anstrengenden Berufsschultag oder nach der Arbeit kommen die Auszubildenden gut gelaunt in die Ludwigstr. 68 zum Weiterbüffeln. Den dort befindet sich die „Lernwerkstatt Offenbach – Verein für berufliches und soziales Lernen e.V.“. Seit einem halben Jahr können Auszubildende, die Schwierigkeiten in der Berufsschule haben, in kleinen Gruppen bei einer Tasse Kaffee und in angenehmer Atmosphäre über ungeliebten Matheaufgaben oder medizinischen Fachbegriffen brüten.

"Hier ist es echt gemütlich, außerdem hat man Ruhe und viel Platz zum Lernen“, sagt Naziha, die sich zurzeit auf ihre Abschlussprüfung als Arzthelferin vorbereitet. Auch samstags wird gelernt. „Weil wir immer so spät aus der Praxis herauskommen, dann müde und kaputt sind, kommen wir lieber am Samstagvormittag“, erklären Patricia und Kamella, zwei Zahnarzthelferinnen. „Ohne die Nachhilfe wären wir aufgeschmissen“.

Die meisten männlichen Jugendlichen, die Stützkurse der Lernwerkstatt Offenbach besuchen, sind Auszubildende zum Kfz-Mechaniker. „Mathe ist total schwierig, da habe ich gar keinen Plan“, so Javad, „aber hier, der Kurs hilft mir.“ Seinen Kollegen geht es nicht anders, sie alle bereiten sich auf die Gesellenprüfung vor.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), so heißt das Programm, das die Lernwerkstatt für 36 Auszubildende anbietet. Es wird von der Bundesanstalt für Arbeit und damit vom Arbeitsamt Offenbach finanziert. Gedacht ist diese Maßnahme zur Förderung und Unterstützung von Lehrlingen, deren Ausbildung ohne diese Hilfe zu scheitern droht. Die Gründe sind vielfältig: fehlende Grundlagenkenntnisse, Lernhemmungen, Prüfungsängste, Sprachprobleme oder persönliche Probleme im Betrieb. Die Stützkurse sind sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe kostenlos.

„ Die Auszubildenden können nach Wunsch 3 bis acht Stunden wöchentlich kommen. Sie sollen auch die Möglichkeit haben, sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee auszutauschen und dabei ihrem Ärger Luft machen- oder sich bei einer Runde Backgammon entspannen. Dann geht das Lernen auch wieder besser“, so Koryoun Khosrovafian, der gemeinsam mit Dr. Rebecca Klink die abH-Maßnahme koordiniert: „wir arbeiten beide seit vielen Jahren im Bereich der beruflichen Bildung, auch in abH. Daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine Unterrichtsatmosphäre zu schaffen, die nicht an Schule und Klassenräume erinnert. Nur so können Jugendliche lernen, Fragen zu stellen und Schwächen zuzugeben. Und wenn persönliche Probleme im Vordergrund stehen, können sie diese leichter ansprechen. Für den Erfolg der Maßnahme ist dies absolut notwendig“, erklärt Rebecca Klink.

Und weiter: „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu Berufsschulen, sondern als Ergänzung. Denn wir können anders als die Berufsschulen, Jugendlichen eine individuelle Förderung anbieten. Das umfasst nicht nur Nachhilfeunterricht in kleinen Gruppen, sondern enthält auch Beratung bei persönlichen Problemen oder Schwierigkeiten im Ausbildungsbetrieb.“

Auch zu den anderen abH-trägern in Offenbach möchte die Lernwerkstatt nicht in Konkurrenz treten. Sie versteht sich als kooperativer Partner: „ Die Teilnehmer stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. So vermitteln wir Interessenten an andere abH-Träger, wenn wir in einem Berufsfeld nicht die notwendige Qualifikation anbieten können“, sagt Dr. Klink.

Die Lernwerkstatt hat sich als Verein im November 1998 gegründet mit dem Ziel, als kleiner Anbieter zur Verbesserung der beruflichen Bildung beizutragen – vor allem, weil die Lernwerkstatt in der Lage ist, sowohl flexibel auf die Bedürfnisse der Klientel als auch auf die des Ausbildungs – und Arbeitsmarkts einzugehen. Neben der abH-Maßnahme sind verschiedene andere Projekte im Bereich der beruflichen Bildung und im Bereich Sprachkurse in Planung.

Wer Interesse an der Nachhilfe für Azubis hat, kann sich informieren unter Tel: 069/82378450 oder unter Fax 069/82378451.